Geschrieben von: Martin Groß Freitag, den 06. März 2009 um 13:23 Uhr
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Marktwirtschaft und Planwirtschaft – Interview mit Arno Peters, Teil 5 v. 10
May 13 2009 16:19:27 Um für die Produktion die Planwirtschaft einzuführen, ist es erforderlich, dass die Produktion insgesamt vom Volk verwaltet und organisiert werden muss. Deshalb kann es nicht bei Privateigentum an den Produktionsmitteln bleiben, denn die Produktioinsmittel müssen gesellschaftliches Eigentum sein, damit die Planwirtschaft funktionieren kann. Unternehmer interessieren sich nur für ihren Profit und für nichts weiter.
Sie werden niemals zulassen, dass Arbeiter über das was, wo, wann wie und wieviel an Produktion entscheiden. Das sehen wir heute sehr deutlich, wenn ein Unternehmen nicht genügend Profit abwirft, dann wird es geschlossen, oder in andere Länder verlagert. Bedürfnisse werden in der Marktwirtschaft künstlich durch Werbung geweckt, weil der Profit vorrangig ist. In der Planwirtschaft ist es umgekehrt, erst werden die wirklichen Bedürfnisse ermittelt, dann die entsprechende Menge produziert. Dass die Planwirtschaft und das gesellschaftliche Eigentum der Marktwirtscahft überlegen ist, beweist die Erfahrung der Sowjetunion und der anderen Ostblockstaaten. Sie hätten niemals so lange bestehen können, wenn 1917 nicht die gesamten Produktionsmittel in gesellschaftliches Eigentum übernommen worden wäre. Der wirkliche Grund für den Zusammenbruch des Stalinismus ist darin zu sehen, dass die Sowjetunion und die anderen Ostblockstaaten nicht den selben Zugang zum Weltmarkt hatten, wie die kapitalistischen Unternehmen, die die Möglichkeit hatten, die Lohnunterschiede und unterschiedlichen Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt auszunutzen. |
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Aw: Marktwirtschaft und Planwirtschaft – Interview mit Arno Peters, Teil 5 v. 10
May 15 2009 20:54:40 Nun gut, die Wirtschaft in der Sowjetunion war natürlich über lange Zeit eine Kriegswirtschaft und hat mit großen Anstrengungen (die gewiß für die Arbeitenden nicht das Paradies bedeuteten...) notwendigerweise die Entwicklung vom Agrar- zum hochentwickelten Industriestaat geschafft. Ohne zentralistische und repressive Strukturen wäre dies sicher in dem Umfang nicht möglich gewesen. Um Mißverständnisse zu vermeiden: ich halte diese Entwicklung für historisch notwendig, dennoch darf man daraus nicht das Vorbild für eine neue Planwirtschaft ableiten. Die "alte" Planwirtschaft hat zu sehr an ihrer Unflexibilität gekrankt und war - zumindest damals - ebenfalls nicht in der Lage, die Bedürfnisse der Menschen zu decken. Mangelwirtschaft darf jedenfall nicht das Ergebnis einer guten Planung sein. heute stehen allerdings auch andere Techniken zur Verfügung, Bedürfnisse zu ermitteln und die Wirtschaftsleistung entsprechend zu planen. Außerdem muss es neben einem staatlich geplanten Bereich - der z.B. Logistik, das Gesundheits- und Bildungswesen, Ver- und Entsorgung, Energie, Transport, Wohnungsbau und Nahrungsmittelproduktion umfassen könnte, einen kreative, ungeplanten Wirtschaftsbereich geben, in dem weiterhin private Initiative und Engagement zugelassen wird (ohne dass dies berechtigt, mehr Macht, Geld, Einfluss zu bekommen oder zu besitzen, als andere).
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